Segelboot auf reißenden Meer

Kein Spielball mehr

Dorita Lehmann
26. März 2026

In den letzten Tagen haben wir einiges angeschaut: Einheit. Training. Leiterschaft. Geistliche Gaben. Alles mit einem Ziel: Dass wir wachsen. Dass wir Altes hinter uns lassen. Dass wir Jesus ähnlicher werden. Gerade die geistlichen Gaben sind dabei kein Showprogramm. Keine Bühne für Selbstdarstellung. Sie sind Werkzeuge.

Werkzeuge, die Gott nutzt, um Menschen zu stärken, aufzubauen und in die Reife zu führen – andere und auch uns selbst. Denn Gott will nicht, dass wir geistliche Säuglinge bleiben. Er möchte, dass wir standfest werden. Reif. Klar. Warum?

Weil unsere Welt voller Stimmen ist. Paulus bringt es auf den Punkt: „Wir sollen nicht mehr wie unmündige Kinder sein – ein Spielball von Wind und Wellen … ausgeliefert dem falschen Spiel von Menschen … Stattdessen wollen wir an der Wahrheit festhalten und in Liebe wachsen – zu Christus hin.“ (Epheser 4,14–15)

Drei Dinge machen uns unreif – damals wie heute:

1. Umstände

Umstände sind wie Wellen. Mal geht’s hoch, mal runter. Wenn dein Glaube davon abhängt, wie es dir gerade geht, wirst du ständig die Richtung wechseln. Heute Hoffnung. Morgen Zweifel. Aber Reife bedeutet: Du stehst – auch wenn es stürmt.

2. Neue Ideen

Nicht jede neue Idee ist schlecht. Aber nicht jede ist wahr. Unreife Christen springen schnell auf jeden Zug auf. Ein neuer Trend. Ein neuer „Aha-Moment“. Ein neuer Prediger mit einer „ganz frischen Perspektive“. Und plötzlich wird das Evangelium verwässert.

Genau hier haben Sekten und extreme Strömungen leichtes Spiel. Jesus dagegen spricht von einem Fundament. Von einem Felsen. Etwas, das trägt. Auch dann, wenn alles andere wankt. Reife bedeutet: Du prüfst – und bleibst verwurzelt.

3. Selbstsüchtige Menschen

Das ist vielleicht der gefährlichste Punkt. Menschen, die stark auftreten. Überzeugend reden. Neue Wege versprechen. Aber im Kern geht es um sie selbst. Um Einfluss. Um Anerkennung. Um Macht.

Und wenn eine Gemeinde unreif ist, wird sie anfällig. Das war damals so. Und es ist heute nicht anders. Ob auf Social Media, in Podcasts oder auf Bühnen – Stimmen gibt es genug. Die Frage ist: Welche lässt du an dein Herz? 

Und genau hier schließt sich der Kreis. Gott ruft dich nicht in ein unsicheres, hin- und hergeworfenes Leben. Er ruft dich in Reife. In Standfestigkeit. In Klarheit. In eine tiefe Verwurzelung in ihm.

„In der Wahrheit leben“ – sagt Paulus. Das bedeutet: Nicht jedem Impuls folgen.Nicht jeder Emotion nachgeben. Nicht jeder Stimme glauben.

Sondern: Dich an Jesus orientieren. Immer wieder. Und mit der Zeit passiert etwas: Du wirst stabiler. Klarer. Fester. Kein Spielball mehr. Sondern jemand, der steht.

Herausforderung für heute: Frag dich ehrlich: Wo bin ich noch leicht beeinflussbar? Durch Umstände? Durch Trends? Durch Menschen?

Und dann geh einen konkreten Schritt: Verankere dich neu in Gottes Wort. Nimm dir bewusst Zeit mit Jesus. Prüfe, was du hörst – und halte fest, was gut ist. 

Reife passiert nicht zufällig. Aber sie ist möglich. 

Sei gesegnet.

„Wer nicht weiß, wofür er steht, fällt für alles“ (Alexander Hamilton).

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